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Talladega: Tony Stewart gewinnt im Rekord-Crashfest!
Tony Stewart gewann ein unglaublich spektakuläres Talladega-Rennen mit zwei Massenkarambolagen und einem hochkontroversen Ende - viele Topleute out
(Motorsport-Total.com) - Nicht weniger als sechsmal in 20 Auftritten wurde Tony Stewart in Talladega Zweiter, doch am Sonntagabend gewann der Joe-Gibbs-Pilot das Amp Energy 500 - und überquerte die Ziellinie doch nicht als Erster. Die Zielflagge sah Regan Smith im DEI-Chevrolet vorne, doch dessen finales Überholmanöver geschah unterhalb der gelben Streckenbegrenzung, und das ist in der NASCAR nicht erlaubt.
So gab es nach Watkins Glen im Sommer 2007 wieder einmal einen Stewart-Sieg, der damit seine 43 Sprint-Cup-Rennen anhaltende Durststrecke überwand, und natürlich auch in der Gesamtwertung einen großen Sprung nach vorne machte. Denn die Chase-Konkurrenz patzte gleich reihenweise: Nur vier der zwölf Chaser kamen ohne Blechschäden über die 190 Runden.

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Das Amp Energy 500 war gleichzeitig ein NASCAR-Rekordspektakel und der im Vorfeld erwartete Überlebenskampf - in vielerlei Hinsicht: Zwei riesige Massenkarambolagen ruinierten den Tag von sage und schreibe 20 Piloten, während gleichzeitig 28 unterschiedliche Fahrer wenigstens eine Führungsrunde bestritten.
Mit Jeff Gordon und Denny Hamlin wurden zwei Playoff-Kandiaten durch Reifenschäden, beziehungsweise als direkte Folge davon, früh aus dem Rennen gerissen. Vor allem in der ersten Rennhälfte jagte ein Reifenplatzer den Nächsten, aber seltsamerweise benutzte Goodyear nach eigenen Angaben exakt die gleiche Mischung wie bereits im Frühjahrsrennen.
Zweimal der gefürchtete "Big One"
Den ersten von zwei "Big Ones", nach gerade einmal 68 Runden, überstanden die Playoff-Piloten komplett unbeschadet. Es erwischte lediglich Fahrer außerhalb der Top 12, darunter mit Brian Vickers und Mike Skinner auch beide Red-Bull-Toyota, sowie Kasey Kahne (Evernham-Dodge) und Martin Truex Jr. aus der am Sonntag bärenstarken DEI-Truppe.
Vierzehn Runden vor dem Ende krachte es ein zweites Mal, und dabei erwischte es die NASCAR-Prominenz gleich reihenweise: Ausgerechnet zwei Teamkollegen waren der Auslöser, denn Carl Edwards - er gab seinen Fehler sofort zu - schob Greg Biffle in Turn 3 etwas zu optimistisch an, was diesen aus der Balance brachte. Das Ganze war umso unglücklicher, weil damit beide Roush-Titelkandidaten aus dem Rennen genommen wurden.
Mit Matt Kenseth war auch ein dritter Roush-Ford im Crash-Geschäft, genauso wie das bis dahin bärenstark auftrumpfende Kampf-Duo Dale Earnhardt Jr. (Hendrick-Chevrolet) und Juan Pablo Montoya (Ganassi-Dodge). Im munteren Führung-Wechsel-Dich-Spiel hatten die beiden über weite Strecken jeweils eine Hauptrolle inne, und ohne die Massenkarambolage wäre jeder aus diesem Duo ein heißer Siegesanwärter gewesen.
Aus den Reihen der Chase-Kandidaten erwischte es zudem - wie könnte es auch anders sein - wieder einmal Playoff-Pechvogel Kyle Busch (Gibbs-Toyota) und Kevin Harvick, wodurch ein ebenfalls starkes und gut harmonierendes Childress-Trio auseinandergerissen wurde.
Gesamtwertung: Johnson setzt sich ab
Als sich dann zehn Runden vor dem Ende der Rauch über dem Superspeedway - besser gesagt dem Sprint-Cup-Schlachtfeld - von Talladega gelichtet hatte, waren nur noch 14 der 43 gestarteten Autos in der Lage, das Amp Energy 500 gewinnen zu können.
Lediglich vier Chaser überlebten den Ausscheidungskampf: Der spätere Sieger Tony Stewart, sowie Clint Bowyer, Jeff Burton (beide Childress-Chevrolet), und Jimmie Johnson, die alle drei in der Entscheidung jedoch keine Rolle spielen sollten. Obwohl Johnson nur Neunter wurde, profitierte er massiv vom Roush-Faux-Pas in Big One 2, als sich seine großen Titelkonkurrenten Edwards und Biffle eliminierten.
In Sachen Johnson ist man nach Talladega übrigens versucht zu sagen: Wer im Chase soviel Glück hat, der kann am Ende der Saison getrost ganz vorne landen. Denn der amtierende NASCAR-Champion lag nach 25 (!) der 188 Runden schon einen Umlauf zurück, weil er früh den Windschatten der Meute verlor.
Ob dies aus strategischen Gründen bewusst oder unbewusst geschah, sei einmal dahingestellt. Und natürlich hatte der Kalifornier in einer so frühen Rennphase auch kein Problem damit, als bester überrundeter Pilot den "Lucky Dog" zugesprochen zu bekommen, und so in die Führungsrunde zurückzukehren.
Die zweite Reihe vorne dabei
Doch die Johnson-Crew schraubte an nahezu jedem Stopp am Auto, was dem Chevrolet mit der Startnummer 48 ohne Big One 2 aller Wahrscheinlichkeit nach kein Top-10-Resultat eingebracht hätte, während die starken Chase-Kontrahenten Earnhardt und Co. viel Boden gut gemacht hätten.
Aber dieses ist nach Talladega natürlich Makulatur: Fakt ist, dass sich die vier verbliebenen Topleute im Finale von Alabama mit einer ganzen Reihe von Piloten auseinanderzusetzen hatten, die ansonsten nicht die erste NASCAR-Geige spielen: Mit Regan Smith, Paul Menard (2.) und Aric Almirola (13.) hatte der führende Stewart gleich drei DEI-Chevys im Genick sitzen, die letztlich an ihrer Unerfahrenheit im Umgang mit solchen Situationen scheiterten.
Ähnliches galt für Evernham-Pilot Elliott Sadler (10.), der in der Schlussrunde in aussichtsreicher Position viel zu früh aus der Kolonne ausscherte - und prompt verhungerte. Burton und Bowyer hingegen holten sich im Meisterschaftskampf wie immer grundsolide ihre Punkte ab und fuhren - genauso wie der letzte verbliebene Roush-Ford von David Ragan - beide in die Top 5.
Regan Smith wurde seitens der NASCAR als letzter Pilot der Führungsrunde als 18. klassiert, während Bobby Labonte (Petty-Dodge; 6.), Scott Riggs (Haas-Chevrolet; 7.) und Robby Gordon (Gordon-Dodge; 8.) wertvolle Resultate für ihre kleinen Hinterbänkler-Teams holen konnten.
Childress-Duo robbt sich heran
Vor Talladega wurde viel darüber diskutiert, ob und wie sich das vierte Chase-Rennen auf die Situation in der Meisterschaft auswirken würde. Interessanterweise haben sich die Positionen der ersten Vier nicht verändert. Nur hat Jimmie Johnson seinen Vorsprung auf Carl Edwards (-72) und Greg Biffle (-77) vergrößert.
Immer mehr in Lauerstellung hingegen positionieren sich Jeff Burton (-99) und Clint Bowyer (-152), die sich wie immer unauffällig, aber konstant in Schlagdistanz bringen. Der große Talladega-Gewinner heißt natürlich Tony Stewart, der als neuer Siebter gleich vier Positionen gewann.
Mit Jeff Gordon und Dale Earnhardt Jr. verloren hingegen zwei Hendrick-Piloten jeweils zwei Plätze in der Gesamttabelle, was vor allem für Restrictor-Plate-Spezialist Earnhardt einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Jeff Gordon hingegen blieb auch in Talladega sein Saisonpech treu.
Sechs Rennen stehen noch aus - vier davon finden auf einem klassischen 1,5 Meilenoval statt. Die Intermediate-Strecken waren 2006 und 2007 eine absolute Domäne von Tabellenführer Johnson, der sich in dieser Saison jedoch gegen die bärenstarken Roush-Piloten zu behaupten hat. Für jede Menge Spannung ist also gesorgt, denn entschieden ist im Titelkampf anno 2008 noch gar nichts.













