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Steuerbetrug: Muss Castroneves ins Gefängnis?

03. Oktober 2008 - 14:18 Uhr

Helio Castroneves muss sich heute vor Gericht zum Vorwurf der Steuerhinterziehung in sechs Fällen erklären - Gefängnisstrafe droht

Helio Castroneves
"Spiderman" Helio Castroneves ist derzeit wohl nicht zum Lachen zumute...
© IRL

(Motorsport-Total.com) - Helio Castroneves hat in der Winterpause wohl eine äußerst unangenehme Zeit vor sich: Der zweifache Indy-500-Sieger (2001 und 2002), sowie aktuelle Vizechampion der IndyCars muss sich wegen Steuerhinterziehung und Betrug in sechs Fällen am heutigen Freitag vor Gericht erklären.

Zwischen 1999 und 2004 soll der Brasilianer mit Wohnsitz in Florida insgesamt 5,5 Millionen US-Dollar an den amerikanischen Steuerbehörden vorbei geschmuggelt haben. Castroneves soll dabei zur Verschleierung eine Firma in Panama, eine Firma in den Niederlanden, sowie ein Bankkonto in der Schweiz und einen brasilianischen Sponsor benutzt haben.

Die geht nach Informationen der 'AFP' aus einem 25-seitigen Dokument der US-Steuerbehörden hervor, zu dem auch Castroneves' Schwester und Managerin Katiucia, sowie sein Anwalt Stellung beziehen müssen. Da auf jedes einzelne Vergehen fünf Jahre Gefängnis stehen, droht Castroneves im schlimmsten Fall also eine Haftstrafe von 30 Jahren.

Castroneves selbst äußerte sich nicht zu dieser Anklage. "Wir haben davon gewusst", erklärte Penske-Vizepräsident Bud Denker gegenüber der 'AFP', während ein sichtlich überraschter IRL-Präsident Terry Angstadt die Unschuldsvermutung bemühte: "Er ist solange unschuldig, bis seine Schuld bewiesen ist."

Im Mittelpunkt des Steuer-Szenarios steht die Firma Seven Promotions, die im Besitz der Castroneves Familie ist. Dort wurden offenbar Zahlungen sowohl von Penske als auch vom brasilianischen Sponsor Coimex verbucht, und anschließend - so der Vorwurf - wieder an Castroneves ausbezahlt, natürlich ohne eine US-Steuer abzuführen.

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