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Carl Edwards vs. Kyle Busch - Strategien und Psychospiele

05. August 2008 - 12:10 Uhr

Der Pocono-Sieg von Carl Edwards verleitete Jack Roush zu ersten Kommentaren in Richtung Kyle Busch - welche Strategie fährt Gibbs?

Carl Edwards Kyle Busch
Carl Edwards gegen Kyle Busch - das Titelduell hat schon begonnen
© NASCAR

(Motorsport-Total.com) - Ford-Zampano Jack Roush gab sich auf der Pressekonferenz von Pocono angriffig: Die Meisterschaft, so Roush, würde für gewöhnlich auf die Art und Weise entscheiden werden, "wie gut man damit umgeht, wenn die Dinge einmal schlecht laufen. Wenn das Auto nicht läuft oder ein Unfall passiert - verfällst du dann in Selbstzerstörung oder bist du in der Lage, trotzdem noch das Optimum herauszuholen?"

Der Adressat dieser Gedankengänge war klar, auch ohne dass Roush einen direkten Namen nennen musste: Kyle Busch. Der wurde in Pocono am Ende ohne Benzin als 36. gewertet, fuhr jedoch im letzten Renndrittel locker in den Top 10 mit und lag drei Runden vor Schluss sogar auf Position vier.

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Abgesehen von den drei Hendrick-Piloten Jimmie Johnson, Dale Earnhardt Jr. und Jeff Gordon, deren wahre Stärke nach wie vor ein kleines Fragezeichen darstellen, ist es die gängige Meinung, dass im Chase 2009 Roush-Schützling Carl Edwards wohl am ehesten den Meisterschaftsplänen von Kyle Busch im Wege stehen könnte.

Fünf Rennen sind es noch bis zum Beginn der NASCAR-Playoffs, und Edwards hat im Kampf um die Bonuspunkte einen kleinen Nachteil: Seine zehn Zähler aus Las Vegas wird er wegen der Geschichte um die Öltankabdeckung nicht gut geschrieben bekommen, weswegen er aktuell 30 Bonuspunkte aufweist - Kyle Busch hat nach seinen sieben Siegen deren 70.

Pocono als Testfahrt

Kyle Busch
Kyle Busch stand 2008 bereits sieben Mal in der Victory Lane
© NASCAR

Daher ist die Edwards-Strategie für die kommenden fünf Rennen klar: Alles oder nichts. Die Frage ist nur, was das Gibbs-Team um Kyle Busch nun zu machen gedenkt. Jimmie Johnson und Crewchief Chad Knaus konzentrierten sich im Sommer 2007 - als sicher Qualifizierte - beispielsweise ganz auf das Feintuning ihres Chase-Pakets, und der Erfolg gab ihnen recht.

Zumindest in Pocono war das Busch-Team auf einer Testfahrt unterwegs, wie Crewchief Steve Addington bestätigte: "Ja, ich wollte ein paar Sachen ausprobieren", lautete dessen klare Aussage, ohne allerdings zu verraten, ob diese Herangehensweise auch für die kommenden fünf Rennen gelten werde.

Die Frage ist jedoch, ob eine solch methodische Arbeitsweise - die für Johnson sicher kein Problem darstellt - auch für den 23-jährigen Shooting-Star passen würde. "Ich weiß es nicht", überlegte Teamchef Joe Gibbs laut. "Er hat die Einstellung, jede Woche um den Sieg fahren zu wollen. Vielleicht ist diese Art für ihn auch im Kampf um die Meisterschaft das Beste."

Busch selbst sagt von sich, dass er "kein glücklicher Mensch sein kann, wenn ich nicht um Siege mitfahren kann." Und noch ein kleiner Aspekt kommt hinzu: Jeff Gordons ewiger Neuzeit-Rekord mit 13 Saisonsiegen in der Saison 1998 ist aus der Sicht von Kyle Busch nicht allzu weit entfernt. "Wenn ich dazu eine Chance hätte, dann wäre das schon sehr cool."

Über diese mentale Einstellung von Kyle Busch weiß auch Jack Roush bestens Bescheid, und so brachte der Ford-Mann munter seine erste Salve des ins Haus stehenden Psycho-Duells zu Ende: "Alleine mit einer Menge an Einzelsiegen gewinnt man keinen Titel. Wenn man nicht über die gesetzte Weisheit verfügt, die dir die Erfahrung bietet, dann wird man zusammenbrechen, wenn die Dinge einmal schlecht laufen." Die Fortsetzung wird folgen...

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