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Hirvonen: "War nicht aggressiv genug"

03. August 2008 - 19:33 Uhr

Ford-Pilot Mikko Hirvonen hat nach einem aufregenden Duell bei seinem Heimlauf in Finnland Platz zwei belegt - Katz-und-Maus-Spiel mit Sébastien Loeb

Mikko Hirvonen
Mikko Hirvonen fuhr in Finnland zum siebten Mal in dieser Saison aufs Podium
© Ford

(Motorsport-Total.com) - Ford-Werkspilot Mikko Hirvonen hat die Rallye Finnland nach einem hochdramatischen Sekundenduell mit seinem französischen Erzrivalen Sebastién Loeb auf Platz zwei beendet. Damit gelang dem Finnen beim neunten von 15 Läufen zur diesjährigen Rallye-Weltmeisterschaft bereits zum siebten Mal in der laufenden Saison der Sprung aufs Podest. Während Hirvonen mit diesem Resultat seine Führung in der Fahrertabelle behaupten kann, belegt Titelverteidiger Ford in der Konstrukteurswertung mit drei Punkten Vorsprung ebenfalls Rang eins.

Der elektrisierende Zweikampf zwischen Loeb und seinem 28-jährigen Herausforderer prägte das Geschehen auf den rasant schnellen Schotter-Achterbahnen rund um den Start- und Zielort Jyväskylä. Zu keiner Zeit der über 340,42 Kilometer führenden Veranstaltung lagen die beiden Rallye-Profis mehr als 18,2 Sekunden auseinander. Zuweilen erreichten sie auf den von zahlreichen Sprungkuppen und nicht einsehbaren Kurven geprägten Waldprüfungen mit ihren rund 300 PS starken Turbo-Allradlern Durchschnittsgeschwindigkeiten von mehr als 126 km/h. Als Drittplatzierter musste sich der Australier Chris Atkinson um mehr als drei Minuten distanzieren lassen.


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Extrem ans Limit gegangen

"Wir haben uns über das gesamte Wochenende ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel bis in den Zehntelsekunden-Bereich geliefert", bilanziert Hirvonen, der sechs der 24 Wertungsprüfungenfür sich entschied, im Ziel. "Konnte ich eine WP gewinnen, hat Sebastién auf der nächsten gekontert und umgekehrt. Am Ende trennen uns kaum mehr als neun Sekunden - daran lässt sich ermessen, wie knapp und intensiv das Duell war, wie extrem wir ans Limit gegangen sind."

"Von jetzt an muss unser Ziel lauten, jeden einzelnen der verbleibenden WM-Läufe zu gewinnen."
Mikko Hirvonen

Obwohl der aus Jyväskylä stammende Finne über die gesamte Distanz fehlerlos blieb, musste er am Ende Loeb doch den Vortritt lassen. "Es ist schade, dass ich vor eigenem Publikum nicht wie geplant gewinnen konnte", so das Nordlicht. "Die entscheidenden Zeitspäne habe ich in den engen Passagen eingebüßt, in denen ich nicht aggressiv genug zur Sache gegangen bin. Zum Teil erwies sich aber auch unser Aufschrieb als zu konservativ, was das Tempo betrifft. Die Führung in der Fahrer-Wertung haben wir verteidigt, aber ein Punkt Vorsprung auf Sebastién ist nicht viel. Von jetzt an muss unser Ziel lauten, jeden einzelnen der verbleibenden WM-Läufe zu gewinnen."

Latvala im Pech

Deutlich weniger Glück bei ihrem Heimspiel hatten Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila. "Unsere Rallye war am Freitagmorgen bereits gelaufen", ärgert sich das 23-jährige Nachwuchstalent im zweiten Ford Focus. "Beim Erstellen des 'Gebetbuchs' haben wir in der dritten Prüfung einen Stein übersehen, der uns im Wettbewerb prompt zum Verhängnis geworden ist." Der Treffer zerstörte einen Lenkhebel, woraufhin Latvala von der Strecke abbog und vorläufig aufgeben musste.

"Dies entspricht nicht dem von uns eingeplanten Ergebnis."
Malcolm Wilson

Zwar konnte der zweite Werks-Ford am Samstag unter SupeRally-Reglement wieder in den Wettbewerb einsteigen, wurde von einer 45-minütigen Zeitstrafe jedoch hoffnungslos zurückgeworfen. Sein enormes Tempo ließ der junge Finne mit vier gewonnenen Wertungsprüfungen dennoch aufblitzen.

"Dies entspricht nicht dem von uns eingeplanten Ergebnis", zieht Teamchef Malcolm Wilson nüchtern Bilanz. "Nachdem wir Jari-Matti schon so früh verloren haben, lastete auf den Schultern von Mikko Hirvonen eine noch größere Verantwortung, da er fortan unsere einzige Hoffnung auf Konstrukteurs-Punkte war. Dies hat seine Aufgabe deutlich erschwert. Dennoch lieferte er einen tadellosen Job ab und war deutlich besser als im Vorjahr. Bei dem dreitägigen Duell mit Loeb konnte er viel dazulernen, was ihn nur noch stärker macht. Die beiden haben den Rest der Welt pro Kilometer um 0,5 Sekunden distanziert."