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Massa: "Fühle mich wirklich beschissen"

03. August 2008 - 17:45 Uhr

Nach dem tragischen Ende seiner Galafahrt auf dem Hungaroring stellte sich ein frustrierter Felipe Massa den Fragen der Medienvertreter

Felipe Massa
Tragische Figur: Felipe Massa verlor den Sieg und die mögliche WM-Führung
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Heikki Kovalainen mag die zehn Punkte für den Sieg mitgenommen und Lewis Hamilton die WM-Führung erfolgreich verteidigt haben, aber der moralische Held des Tages ist heute sicherlich Felipe Massa: Der Ferrari-Pilot drückte dem Grand Prix von Ungarn mit einer fantastischen Leistung seinen Stempel auf und sah schon wie der sichere Sieger aus, als zwei Runden vor Schluss sein V8-Motor bei Start und Ziel den Geist aufgab. Als er sich anschließend den Medien stellte, wirkte er dementsprechend niedergeschlagen.

Frage: "Felipe, du warst unterwegs zu einem fantastischen und redlich verdienten Sieg. Wie fühlst du dich nach dem grausamen Ausfall so kurz vor Schluss?"
Felipe Massa: "Natürlich ist das kein schönes Gefühl, wenn du zwei Runden vor Schluss plötzlich ein mulmiges Gefühl bekommst und der Motor auf einmal eingeht. Ich fühle mich wirklich beschissen und bin nicht glücklich über das, was passiert ist."

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Keine Zeit für langen Frust

"Wir haben heute einen fantastischen Job gemacht. Wenn das alles zwei Runden vor Schluss flöten geht, ist das natürlich deprimierend. Ich fühle mich wirklich schlecht, aber leider gehört so etwas zu unserem Sport dazu. Wir müssen nach vorne schauen und schon an das nächste Rennen denken. Wir haben jetzt eine kurze Pause, in der wir uns auf die letzten sieben Rennen vorbereiten können."

"Der Start war entscheidend für mein Rennen."
Felipe Massa

Frage: "Wie zuversichtlich warst du, alles unter Kontrolle zu haben, und erzähl bitte auch vom Start, wo du ja auf grandiose Weise in Führung gegangen bist!"
Massa: "Der Start war entscheidend für mein Rennen. Das war unsere einzige Chance, Hamilton zu überholen, daher bin ich ein hohes Risiko eingegangen. Aber es hat funktioniert. Ich finde, es war ein fantastischer Start, und dann haben wir eine fantastische Pace demonstriert. Ich konnte sogar einen Vorsprung herausfahren, der es mir erlaubte, vorne zu bleiben, obwohl meine Strategie für etwas kürzere Stints ausgelegt war."

"Im ersten und zweiten Stint haben wir ausgezeichnete Arbeit geleistet. Mein Ingenieur hat mir am Funk alles genau erklärt, die Boxenstopps waren auch klasse, alles hat gepasst. Und dann... Als Hamilton sein Reifenproblem hatte, reduzierte ich sofort die Drehzahlen des Motors, um alles so gut wie möglich zu schonen. Ich hatte 22 Sekunden Vorsprung auf Heikki und wusste, dass ich keine Probleme mit den Reifen habe oder mit dem Auto. Es ging nur darum, das Auto ins Ziel zu tragen, aber es hat nicht gereicht."

Frage: "Hast du dir schon vor dem Start überlegt, dass du außen überholen könntest, oder hast du einfach nach Instinkt reagiert?"
Massa: "Ich habe schon darüber nachgedacht, wie ich den Start angehen könnte. Es ist aber schwierig, davor über so etwas nachzudenken. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, dass ich an Heikki vorbei muss, denn ich stand auf der sauberen Seite und wir haben normalerweise gute Starts. An ihm war ich schnell vorbei - und dann wusste ich, dass ich Lewis nur packen kann, wenn ich in seinem Windschatten bin und einen Geschwindigkeitsüberschuss habe. Genau das habe ich probiert. Lewis ging nach innen, ich probierte es außen. Das hat funktioniert. Meine einzige Chance, dieses Rennen zu gewinnen, war über den Start."

Motivation für das Saisonfinale intakt

"Das ist ein sehr gutes Zeichen für die nächsten Rennen."
Felipe Massa

Frage: "Du hättest heute gegen McLaren-Mercedes gewinnen können. Ist das ein Motivationsschub für die letzten sieben Rennen?"
Massa: "Das Selbstvertrauen ist da! Nach so einem Rennen, in dem du bist zwei Runden vor Schluss geführt hast... Der Ausfall zählt da nicht, sondern es zählt, wie stark wir im Rennen waren. Wir haben eine tolle Performance und tolles Teamwork gezeigt. Das ist ein sehr gutes Zeichen für die nächsten Rennen."

Frage: "Warst du überrascht darüber, McLaren-Mercedes nach dem doch sehr engen Qualifying gestern so unter Kontrolle zu haben?"
Massa: "50:50. Die Leute schauen im Qualifying immer darauf, wer vorne steht, und sie waren Erster und Zweiter, ich nur Dritter. Wir waren aber in Q2 am schnellsten und wussten daher, dass wir ein tolles Auto haben. Es war eine starke Runde und wir haben das Potenzial des Autos gezeigt. Im Rennen war ich schon ein bisschen überrascht, denn wir waren schneller. Ich hatte sie sehr, sehr stark erwartet. Andererseits dachte ich ans Q2 zurück. Es war nicht schwierig, die Konzentration zu behalten und noch mehr zu pushen."

Frage: "Gab es Anzeichen dafür, dass sich der Motor verabschieden könnte?"
Massa: "Nein. Ich habe es erst gespürt, als er kaputt ging."

Frage: "War das der frustrierendste Moment deiner bisherigen Karriere?"
Massa: "Es war einer der frustrierendsten Momente, ja. Wenn du kein optimales Rennen hast und dann passiert so etwas, dann kannst du sagen: 'Okay, es war eh kein tolles Rennen.' Wenn du aber Erster bist, dann ist es sehr frustrierend."

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