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Domenicali: "Das stärkste Rennen seiner Karriere"

04. August 2008 - 09:30 Uhr

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali über den Ausfall von Felipe Massa und die technischen Probleme von Kimi Räikkönen

Stefano Domenicali
Stefano Domenicali hat ein sorgenvolles Wochenende in Ungarn hinter sich
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Bei Ferrari hängen nach dem enttäuschenden Ausfall von Felipe Massa in Ungarn keinesfalls die Fahnen auf Halbmast. Die Italiener geben sich kämpferisch und wollen während der Sommerpause die Probleme mit der Zuverlässigkeit aussortieren. Nach dem Drama um den Brasilianer, der in Führung liegend drei Runden vor Schluss mit Motorschaden ausrollte, will man kämpferisch und analytisch zugleich in den Endspurt der Saison gehen. Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali erklärte nach dem Rennen in Budapest, wie man mit der schwierigen Situation umgehen wird.

Frage: "Stefano, gab es bezüglich der Probleme von Felipe eine Vorwarnung?"
Domenicali: "Null. Leider gab es keinerlei Vorwarnungen. Wir sahen nur plötzlich den Rauch vor uns, was ziemlich schlecht für uns war. Es gab kein Signal, keine Information und keine Warnung durch die Telemetrie."


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Auch Räikkönen mit technischen Problemen

Frage: "Wisst ihr denn, welche Art von Problem das war? Hatte Kimi ähnliche Sorgen?"
Domenicali: "Wir haben ihm am Ende gesagt, er soll es ruhig angehen lassen. Wir hatten das Gefühl, dass sich am Heck ein mechanisches Problem entwickelt. Daher wollten wir kein Risiko eingehen und nur noch das Auto nach Hause bringen, nachdem wir in der gleichen Runde gesehen hatten, was Felipe passierte."

"Wir müssen uns sicherlich vor den nächsten Grands Prix weiter verbessern."
Stefano Domenicali

Frage: "Was passierte dort am Heck von Kimi und wann habt ihr ihm gesagt, er soll etwas langsamer machen?"
Domenicali: "Wir haben ihn darauf hingewiesen genau in der Runde, in welcher Felipe ausfiel. Wir bemerkten, dass im mechanischen Bereich an seinem Heck etwas nicht richtig funktionierte, also sagten wir ihm, er solle das Auto einfach nur nach Hause bringen."

Frage: "Hatte es etwas mit dem Motorenproblem zu tun?"
Domenicali: "Nein, nein. Es war etwas komplett anderes."

Frage: "Wie viel Einfluss hat die jeweilige Streckentemperatur, wenn es um das Kräfteverhältnis zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes geht?"
Domenicali: "Ich weiß es nicht genau. Es ist leicht, den Schluss zu ziehen, dass wir unter diesen Bedingungen gut sind und die anderen immer und überall gut sind. Wir müssen uns sicherlich vor den nächsten Grands Prix weiter verbessern. Die kommenden Rennen können auch in Bezug auf Temperaturen, Situationen und Wetter knifflig werden. Wir müssen unsere Autos vielleicht wegen der Reifen etwas anders abstimmen, vor allem nachdem wir gesehen haben, welche Probleme wir in Hockenheim hatten."

Frage: "Warst du überrascht, als Massa zu Beginn des Rennens ganz nach vorn kam und sogar eine Lücke auf die McLaren-Mercedes herausfahren konnte? Dachtet ihr, Hamilton würde später stoppen als Massa?"
Domenicali: "Man weiß das wirklich nie genau, bevor die Stopps kommen. Wir haben unserer Rennen im Hinblick darauf vorbereitet. Wir wussten, dass unter diesen Bedingungen zwei Faktoren wichtig werden. Daher haben wir die Starts simuliert. Es war klar, dass wenn wir vorne sind, wir auch einen guten ersten Stint fahren können. "

Ferrari ein "Schönwetter-Auto"?

"Wir haben Felipe ständig über den Abstand zu Hamilton informiert. Wir hatten erwartet, dass er ungefähr zur gleichen Zeit wie wir hereinkommen muss - vielleicht eine oder zwei Runden früher oder später. Wir haben genau das als Grundlage für unsere Strategieplanung genommen. Ich muss sagen, dass ich für Felipe tief traurig bin, weil er wohl das beste Rennen seiner Karriere gefahren ist. Es war fantastisch, weil er angegriffen hat als er angreifen musste. Er hat das Rennen absolut kontrolliert, also tut es uns für ihn sehr leid."

"Er hat das Rennen absolut kontrolliert, also tut es uns für ihn sehr leid."
Stefano Domenicali

Frage: "Worauf konzentriert ihr euch bis Valencia? Auf die Probleme mit der Zuverlässigkeit oder die von Kimi angesprochenen Sorgen im Qualifying?"
Domenicali: "Ich denke, auf beides. Und nicht nur auf diese zwei Felder werden wir uns konzentrieren. Natürlich kümmern wir uns um die Zuverlässigkeit, denn solche Dinge dürfen nicht vorkommen, vor allem nicht zehn Kilometer vor dem Ziel. Solch ein Problem dürfen wir einfach nicht haben, weil wir für so etwas einen zu hohen Preis zahlen. Zum Zweiten ist die Qualifikation extrem wichtig. Der große Unterschied war einfach, dass es uns einerseits gelungen ist, dass wir nach vorne kamen und so unseren Speed fahren konnten. Aber der andere war im vorderen Mittelfeld, hing dort fest und konnte nichts machen, obwohl er sicherlich auch den richtigen Speed gehabt hätte."

Frage: "Hat sich der Status von Felipe durch seinen Erfolg in Frankreich und dadurch, dass er danach die WM angeführt hat verändert? Ist er stärker geworden?"
Domenicali: "Ich denke, er ist sehr stark. Diese Art von Rennen können dich noch stärker machen, wenn du mental mit der Situation und der Enttäuschung umgehen kannst. Das wollen wir alle zusammen schaffen. Auf diese Art und Weise bereiten wir uns nun auf Valencia vor."