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Wer folgt Vettel bei Toro Rosso nach?

02. Juli 2008 - 11:28 Uhr

Noch ist sein Weggang gar nicht offiziell, aber hinter den Kulissen wird bereits über die Nachfolge von Sebastian Vettel nachgedacht

Sebastian Vettel
Sebastian Vettel wird Toro Rosso am Saisonende vermutlich verlassen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Vor dem Großbritannien-Grand-Prix wird intensiv darüber spekuliert, dass David Coulthard seine Karriere am Saisonende beenden könnte. Sein logischer Nachfolger bei Red Bull wäre Sebastian Vettel, denn der junge Deutsche ist vertraglich ohnehin nicht an Toro Rosso, sondern an Red Bull gebunden.

"Die Fahrerfrage wurde noch nicht diskutiert", winkte Toro-Rosso-Teilhaber Gerhard Berger im Interview mit den 'Salzburger Nachrichten' ab. "Bourdais hat einen Vertrag für 2008, das Team kann später eine Option auf Verlängerung ziehen. Vettel ist noch nicht fix weg. Wenn bei uns ein Platz frei werden sollte, wäre es natürlich sinnvoll, ihn mit einem Fahrer aus dem Red-Bull-Nachwuchs zu besetzen. Wenn das nicht funktioniert, müssen wir uns anderswo umschauen."

Senna derzeit der heißeste Kandidat?

"Senna hat mit seinem Sieg in Monaco aufgezeigt und ist damit ins Blickfeld gerückt."
Gerhard Berger

Fragt sich nur wo, denn aus dem eigenen Nachwuchskader drängt sich momentan niemand auf. Berger: "Wenn es einer aus der GP2 sein sollte, müsste er dort durch außerordentliche Leistungen aufgefallen sein. Die sehe ich bei Buemi oder Chandhok derzeit noch nicht. Senna hat mit seinem Sieg in Monaco aufgezeigt und ist damit ins Blickfeld gerückt. Ideal wäre aber natürlich ein Fahrer aus der Red-Bull-Pyramide."

Die Performance der beiden aktuellen Toro-Rosso-Piloten war bisher ausgeglichener, als sie von den Medien manchmal dargestellt wird, denn im Qualifyingduell steht es 4:4 und an Punkten 5:2 zwischen Vettel und Bourdais. Dem jungen Deutschen mag man aufgrund seines Alters von gerade mal 20 Jahren die größeren Zukunftshoffnungen zusprechen, andererseits hat Bourdais noch weniger Erfahrung in der Formel 1.

"Die Performance der Fahrer war bisher so, wie ich es vor dem Hintergrund, dass beide nur über sehr geringe Formel-1-Erfahrung verfügen, erwartet hatte", so Teamchef Franz Tost in seiner Halbzeitbilanz. "Vettel sprang geradezu - nach einer sehr kurzen Rennfahrerkarriere - in die Formel 1. Bei dem augenblicklich sehr hohen Leistungsstand aller Fahrer ist es unmöglich, in diese Kategorie aufzusteigen und dann den anderen vorzumachen, wie man fährt."

Vettel braucht noch Zeit

"Ein junger Fahrer braucht drei Jahre, um zu verstehen, worum es in der Formel 1 geht."
Franz Tost

"Ein junger Fahrer braucht drei Jahre, um zu verstehen, worum es in der Formel 1 geht", gab der Österreicher am Toro-Rosso-Kommandostand zu Protokoll. "Es geht nicht nur um das Fahren des Autos. Man muss auch das gesamte Umfeld verstehen - die Technik, das Marketing, die Presse. All diese Elemente müssen zusammengefügt werden, um sich ein komplettes Bild machen zu können und dann zu wissen, was wann zu tun ist."

Und weiter: "In diesem Stadium bin ich bezüglich unserer Fahrer ausgesprochen happy. Vettel macht einen sehr guten Job, denn wir sehen, wie seine Lernkurve ansteigt und er besser und besser wird. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Resultate dieses Prozesses bei den nächsten Rennen zu sehen bekommen. Bourdais hatte in Melbourne einen phantastischen Start und fuhr danach einige weitere gute Rennen. Auch er steigert sich, und wir dürfen von ihm weitere gute Rennen erwarten."

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