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Monaco: Rot und Silber geben den Ton an

22. Mai 2008 - 11:32 Uhr

Ein loser Kanaldeckel sorgte für eine Unterbrechung im ersten Freien Training - Bestzeit für Kimi Räikkönen - Jarno Trulli in der Mauer

Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen sicherte sich zum Auftakt in Monaco die Trainingsbestzeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Erstaunlich wenig Schrott wurde heute Morgen während des ersten Freien Trainings zum Grand Prix von Monaco 2008 produziert. Bei leicht bewölkten und trockenen Bedingungen war es nämlich die Strecke und nicht das Fahrerfeld, die für Aufregung sorgte - und das führte zu einer Unterbrechung von stattlichen 16 Minuten!

Um punkt 10:53 Uhr musste die Session aus zunächst ungeklärter Ursache abgebrochen werden, bis sich herausstellte, dass sich ausgangs Sainte Devote ein Kanaldeckel selbstständig gemacht hatte - ähnlich wir vor einigen Jahren in Shanghai. Rennleiter Charlie Whiting nahm das Problem selbst unter die Lupe und veranlasste dann eine Reparatur, die natürlich ein wenig Zeit in Anspruch nahm. Dadurch verloren die Teams einen Teil des Trainings.

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Weniger Zwischenfälle als erwartet

Auch in der ersten halben Stunde ging es wegen des fehlenden Grips schleppend los, dafür wurde dann am Ende umso fleißiger gefahren. Die Bestzeit sicherte sich Kimi Räikkönen (Ferrari/26 Runden) in 1:15.948 Minuten, womit die Formel 1 auch ohne Traktionskontrolle schon jetzt in der gleichen Sekunde mit der schnellsten Zeit des Vorjahres ist (1:15.284 Minuten). Überhaupt wirkte sich das Verbot der elektronischen Fahrhilfen auf trockener Strecke kaum aus.

An der Spitze gab es keine nennenswerten Überraschungen, denn hinter Räikkönen reihten sich Lewis Hamilton (+ 0,268/27 Runden), Heikki Kovalainen (beide McLaren-Mercedes/+ 0,300/28 Runden) und Felipe Massa (Ferrari/+ 0,344/26 Runden) ein. Hinter den beiden Topteams klaffte dann schon eine beträchtliche Lücke von dreieinhalb Zehntelsekunden zum Rest, der von Nico Rosberg (Williams-Toyota/+ 0,705/27 Runden) angeführt wurde.

Rosberg legte eine tadellose Session hin, ging von Anfang an ans Limit und schob sich zum Schluss sogar noch an Robert Kubica (BMW Sauber F1 Team/+ 0,886/23 Runden) vorbei. Dahinter folgte die nächste größere Lücke zu Fernando Alonso (Renault/+ 1,550/25 Runden), was schon zeigt, dass es an der Côte d'Azur wie erwartet nicht ganz so knapp zugehen wird wie auf zuletzt auf den "normalen" Rennstrecken.

Trulli mit kaputter Aufhängung links hinten

Erstaunlich beherrscht waren in den ersten 90 Minuten die Jungspunde, denen man vorhergesagt hatte, dass sie der Reihe nach in der Mauer landen würden. Stattdessen war es ausgerechnet der 2004er-Sieger Jarno Trulli (16./+ 2,412/16 Runden), der seinen Toyota 15 Minuten vor Schluss nach einem Mauerkuss eingangs des Tunnels am Hafen abstellen musste. Hamilton kürzte einmal am Schwimmbad ab, Nelson Piquet Jr. (18./Renault/+ 3,007/32 Runden) die Hafenschikane.

Robert Kubica
Robert Kubica machte in den ersten 90 Minuten einen starken Eindruck
© xpb.cc

Probleme technischer Natur hatte Nick Heidfeld (14./BMW Sauber F1 Team/+ 2,315/13 Runden), der ausgangs Sainte Devote kurz nach dem Trulli-Zwischenfall langsamer wurde und nur noch bis zur Casinokurve hinaufrollte, ehe er seinen F1.08 dort von Streckenposten in den Notausgang schieben ließ. Bereits zuvor hatte es David Coulthard (Red-Bull-Renault/3 Runden) mit einem mechanischen Defekt und qualmendem Auto erwischt.

Die letzte echte Fahrerstrecke

Den Beweis, dass in Monaco das Material nicht so wichtig ist wie auf anderen Strecken, trat Fürstentum-Spezialist Giancarlo Fisichella (Force-India-Ferrari/+ 1,887/26 Runden) als starker Zehnter an, wohingegen Sebastian Vettel (19./+ 3,228/35 Runden) mit dem neuen Toro-Rosso-Ferrari STR3 zunächst einmal nur nichts kaputt machen wollte und daher nicht auf die Zeiten schaute. Sein Teamkollege Sébastien Bourdais (+ 2,297/30 Runden) wurde 13.

Übrigens: Kurz vor der Session traf der umstrittene FIA-Präsident Max Mosley im Fahrerlager ein - umringt von Kameras und mit einem freundlichen Lächeln im Gesicht. Ferrari-Berater Michael Schumacher schaute sich die Session indes vom Schwimmbad aus an und berichtete seine Beobachtungen dann den Ingenieuren und Fahrern seines Teams. Was er dabei gesehen hat, dürfte ihn bislang zufrieden stimmen...

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