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Ascanelli: "Es ist mutig und verrückt"

20. Mai 2008 - 11:38 Uhr

Toro-Rosso-Technikchef Giorgio Ascanelli spricht über die Herausforderung, gerade in Monaco erstmals mit dem neuen STR3 zu fahren

Giorgio Ascanelli
Giorgio Ascanelli freut sich auf die Premiere des STR3 in Monaco
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach einem schwierigen Saisonbeginn und der Verzögerung der eigentlich für Istanbul geplanten Premiere des neuen Red-Bull-Chassis ist es für Toro Rosso nun endlich soweit: In Monte Carlo werden Sebastian Vettel und Sébastien Bourdais erstmals mit dem STR3 fahren. Technikchef Giorgio Ascanelli erklärt, was hinter dieser Entscheidung steckt.

Frage: "Giorgio, welche Verbesserungen in Sachen Performance können wir vom STR3 im Vergleich zum STR2 erwarten?"
Giorgio Ascanelli: "Ich möchte mich nicht auf Zahlen festlegen lassen, aber das Auto ist ähnlich dem Red-Bull-Auto Stand Saisonbeginn. Insofern sollten wir in Monaco um etwa drei Zehntel bis eine halbe Sekunde schneller sein als mit dem alten Auto."

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Noch nicht auf Stand von Red Bull Racing

Frage: "Warum habt ihr nur das Red-Bull-Auto in der Launch-Spezifikation und nicht die aktuelle Version, mit der Red Bull Racing fährt?"
Ascanelli: "Die beiden Autos können nie identisch sein, weil wir unterschiedliche Motorenlieferanten haben. Das Auto ist spät dran, weil an diesem Wochenende nicht alle Teile, die wir wollen, und alle aerodynamischen Upgrades verfügbar sind."

Frage: "Wurde die Sache durch die unterschiedlichen Motorenlieferanten zusätzlich verkompliziert?"
Ascanelli: "Der Bereich, in dem wir in Probleme geraten könnten - der Paul-Ricard-Test hat das unterstrichen -, ist in der Tat die Motoreninstallation, aber das liegt nicht an Ferrari, sondern an uns. Unsere wie die Motoren von Red Bull Racing (Renault; Anm. d. Red.) sind V8s, aber da hören die Ähnlichkeiten auch schon auf! Das Motorenumfeld ist komplett anders und natürlich hätten wir gerne länger mit allen Systemen gearbeitet. Aber ich bin zufrieden mit dem, was wir bisher erreicht haben. Natürlich ist das ein Bereich, in dem wir in unbekanntes Territorium schreiten, denn wir hatten begrenzte Testkilometer."

Frage: "Ist es mutig oder verrückt, ein neues Auto ausgerechnet auf einer einzigartigen Strecke wie Monaco erstmals einzusetzen?"
Ascanelli: "Ich bin sowohl mutig wie auch verrückt, wie jeder weiß! Ein neues Auto in Monaco einzuführen, noch dazu wenn der Wetterbericht schlecht ist, ist ein Risiko für die Verfügbarkeit von Ersatzteilen. Trotzdem gibt es Gründe dafür, hier zwei neue Autos zu bringen."

STR2B war nie für Monaco vorgesehen

"Zunächst einmal wäre eine weitere Verschiebung um ein Rennen eine weitere Verzögerung in der Lernkurve mit dem neuen Auto gewesen, was nie gut ist. Zweitens wäre Monte Carlo für das alte Auto ein Schritt zu viel gewesen und die speziellen Anforderungen dieser Strecke bedeuten, dass wir mit dem STR2B schlecht vorbereitet gewesen wären. Der STR2B war das vorjährige Auto mit einem anderen Getriebe, einem anderen Bodywork und anderen Flügeln. Es war nie geplant, damit hier zu fahren. Die Vorbereitung auf Monaco wäre unzureichend gewesen."

Frage: "Wie schwierig wird es für die Ingenieure und Mechaniker, in einem Hochdruckumfeld wie Monaco mit einem brandneuen Auto zu arbeiten?"
Ascanelli: "Ich denke nicht, dass es für die Ingenieure ein Problem ist, aber für die Fahrer und Mechaniker ist es schwieriger. Monaco ist selbst im Idealfall schwierig für die Arbeit und selbst mit dem alten Auto hatten wir in Istanbul Schwierigkeiten mit dem Boxenstoppmanagement. Jetzt wird unser Leben noch schwieriger, denn wir haben andere Räder, andere Radmuttern und Schlagschrauber, eine andere Tankanlage und viele Systeme, denen man viel Aufmerksamkeit schenken muss."

"Was die Vorbereitung des Autos angeht, sind wir halbwegs in Form. Der Ricard-Test mit vielen Mitarbeitern hat uns ein wenig geholfen, weil dort fast das ganze Team mit dem neuen Auto arbeiten konnte. Wir sollten also vorbereitet sein. Und wenn es in Monaco Nachteile gibt, dann gibt es auch Vorteile, weil zum Beispiel am Freitag nicht gefahren wird. Dadurch haben wir den ganzen Freitag Zeit, um das Auto zu checken und Fortschritte im Umgang damit zu machen."

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