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Honda blickt auf den großen Formel-1-Saisonauftakt

09. März 2008 - 18:03 Uhr

In Australien erwartet Honda keine Wunderdinge, aber kontinuierliche Verbesserungen sollen im Lauf der Saison den gewünschten Erfolg bringen

Ross Brawn (Teamchef)
Ross Brawn gilt als Schlüsselfigur für den so ersehnten Erfolg von Honda
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Neben der Rennstrecke läuft für Honda in Australien alles Bestens, bereits das fünfte Mal hintereinander konnte der japanische Automobilriese im Geschäftsjahr 2007 einen neuen Rekord an verkauften Autos in Australien vermelden. "Es ist wunderbar, ein weiteres Rekordergebnis zu sehen", kommentiert dieses Ereignis Yasuhide Mizuno, der Geschäftsführer und oberste Manager von Honda Australien.

Australien ist ein gutes Stichwort - das Formel-1-Werksteam von Honda packt die Koffer und bricht vom heimatlichen Brackley nach Down Under auf, um auf der anderen Seite des Globus das erste Rennen der neuen Formel-1-Saison zu bestreiten. Globus ist ebenfalls ein gutes Stichwort, bereits das zweite Jahr hintereinander tritt der Honda-Bolide als "rollende Weltkugel" auf.

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Die Mittel für Erfolg sind da

Ross Brawn, der neue Teamchef von Honda, hat von seiner Zeit bei Ferrari natürlich noch viele gute Erinnerungen an die Strecke in Melbourne. Diese möchte er sich mit seinem neuen Team wieder zurück ins Gedächtnis rufen. Seiner Meinung nach sind dafür alle Puzzlestücke beisammen, nur war man bei Honda bislang nicht in der Lage, diese Puzzleteile zu einem vollständigen Bild zusammenzufügen.

Das will der Brite anpacken - und das mit Eifer: "Ich freue mich drauf! Wir haben eine Gruppe von sehr talentierten Leuten im Team, deren gemeinsames Fachwissen ausreicht, um in der Formel 1 Erfolg zu haben. Ich habe großes Vertrauen, dass wir erfolgreich sein werden. Momentan kommt es darauf an, die Dinge schrittweise anzugehen und unser erstes Ziel besteht darin, den RA108 jedes Rennen zu verbessern."

Auch der neue Honda hat zwar während der Wintertests für keine ausnehmend positiven Schlagzeilen gesorgt, doch es dürfte noch ein Weilchen dauern, bis sich Brawns ordnende Hand spürbar macht. Doch so schlecht sei die Basis gar nicht: "Wir machen seit der Vorstellung des RA108 Ende Januar nach wie vor stetige Fortschritte."

Verbesserungen kommen quasi wie am Fließband: "Alle aerodynamischen und mechanischen Teile haben Upgrades erhalten und als wir unser Melbourne-spezifisches Paket vergangene Woche zum ersten Mal ausprobiert haben, haben wir sofort positive Veränderungen wahrgenommen. Jetzt müssen wir sehen, wie sich diese Verbesserung auf der Rennstrecke und im Vergleich zur Konkurrenz niederschlägt."

Auto soll im Laufe des Jahres besser werden

2008 sollen die Träume von Honda endlich in Erfüllung gehen
© xpb.cc

Für Jenson Button, den einstigen großen Liebling der britischen Fans beginnt bald die Stunde der Wahrheit. Der Honda-Pilot versucht nichts schönzureden, sondern weiß genau, dass sich das Team noch im Rückstand befindet. Seine Hoffnungen liegen im kontinuierlichen Verbesserungsprozess des RA108, wie er erklärt.

"Es ist ein sehr fahrbares Auto, welches uns eine gute Basis verschafft, auf der wir aufbauen können. Es fehlt ihm nach wie vor etwas an Geschwindigkeit, aber wir verbessern uns in jedem Test auf vielen Gebieten und ich bin zuversichtlich, dass dieser Level an Weiterentwicklung das ganze Jahr über stetig beibehalten werden kann", so Button.

Wie hat sich der smarte Brite auf die neue Rennsaison vorbereitet? "Wie alle anderen Fahrer war ich damit beschäftigt, das neue Auto zu testen, es gibt kein besseres Training. Aber ich habe auch an meiner Fitness abseits der Strecke gearbeitet und jetzt fühle ich mich besser, als jemals zuvor. Ich habe einen neuen Physiotherapeuten, Mike Collier. Wir haben auf Lanzarote gemeinsam drei Trainingscamps durchgearbeitet", zeigt Button, dass es nicht am Einsatzwillen mangelt.

Barrichello auch nach 15 Jahren noch euphorisch

Rubens Barrichello geht in sein 16. Formel-1-Jahr und ist damit der Methusalem des Starterfeldes. Trotz oder vielleicht auch gerade aufgrund seiner reichen Erfahrung getraut sich der Brasilianer keine Einschätzung der ersten Rennen abzugeben: "Das Mittelfeld dieses Jahr wird sehr eng beieinander liegen. Wir könnten also einen interessanten Kampf sehen. Es ist nahezu unmöglich, zu sagen, wo wir in Melbourne landen werden, weil die Rundenzeiten so eng sein werden. Man muss abwarten und dann sehen."

Honda hat eine extrem erfahrene Fahrerpaarung, im Formel-1-Feld die einzige, wo noch beide Piloten das Fahren ohne Traktionskontrolle kennen, bevor diese in der Saison 2001 zugelassen wurde. Diesen Erfahrungsschatz möchte besonders Barrichello nutzen: "Ich fühle mich wie ein kleiner Junge mit einem neuen Spielzeug! In den 90ern bin ich viele Jahre lang ohne Traktionskontrolle gefahren, es sollte für mich also nicht allzu lange dauern, mich daran anzupassen. Es wird einige neue Herausforderungen aufwerfen, besonders, wenn es nass ist. Aber das sind Herausforderungen, auf die ich mich freue."

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